Worum geht es?

Viele digitale Geräte wie Smartphones, Tablets, Laptops, LED-Fernseher und zunehmend auch SmartHome-Devices werden nicht ausgemustert, weil sie kaputt sind, sondern weil sie zu „veraltet“ sind für neue Software. Software erzeugt Obsoleszenz. Da z.B. bei Smartphones 60% des Energieverbrauchs bei der Produktion und Auslieferung anfällt (gegenüber 40% während der Nutzungsphase), trägt die (unnötig) kurze Nutzungsdauer der Geräte maßgeblich zu deren ökologischen Fußabdruck bei.

Vortrag

Obsoleszenz durch Software

Konferenz zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Konferenz »Bits & Bäume« (2018 in Berlin) bot das bis dato größte Debattenforum für Digitalisierung und Nachhaltigkeit.


Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Neben energieeffizienter und ressourcenschonender Hardware ist für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems auch die Software wichtig. Wachsende Datenmengen und immer komplexere Programme erfordern den beständigen Ausbau von IT-Netzen, Datenspeichern und Rechenkapazitäten.
Software ist also auch ein Treiber von Hardware-Erneuerung, und so indirekt auch für dessen ökologischen Fußabdruck verantwortlich. Und nicht alles an diesem Fußabdruck ist durch für den Nutzer erfahrbare Innovation gerechtfertigt. „Software Bloat“ ist ein Biest mit Eigenleben wie folgendes Beispiel zeigt: Windows 10 benötigt im Vergleich zu Windows 95 40 mal so viel Prozessorleistung, 250 mal so viel Hauptspeicherkapazität, und 320 mal so viel Festplattenkapazität.
Die durch Moore‘s Law ermöglichte Verdopplung der Rechen-kapazität alle zwei Jahre wird konterkariert durch Wirth’s Law: „Software wird schneller langsam als Hardware schneller wird."

Für eine nachhaltige Entwicklung ist es notwendig, dass Software-Entwicklung vom Bedarf zur Hardware-Erneuerung entkoppelt wird!

Buch

Was Bits & Bäume verbindet

Eine andere Digitalisierung ist möglich!

Das Buch»Was Bits & Bäume verbindet« beinhaltet Ansätze für die Gestaltung einer Digitalisierung, die dem Gemeinwohl dient, Datenschutz ernst nimmt und soziale und ökologische Ziele gleichermaßen fördert. So richtet sich das Buch an alle, die aktuelle Digitalisierungstrends kritisch hinterfragen und an einer sozial-ökologischen Gestaltung der Digitalisierung aktiv teilhaben wollen.

Lösungswege

Entkopplung von Software-Entwicklung und dem Bedarf zur Hardware-Erneuerung durch:

Modularität – nur jene Module installieren oder in den Arbeitsspeicher laden, die für die jeweilige Anwendung tatsächlich erforderlich sind

Mehr  à la carte und weniger Menü. Nicht jeder braucht jede Innovationen.

Abwärtskompatibilität – die Kernfunktionalität einer Software ist in einem Modul verfasst, das auch auf einer älteren Hardware lauffähig ist.

Einfache Algorithmen und schlichte Werkzeuge.

Forderungen

Politischer Dialog und Erarbeitung von Richtlinien:

Analog zum "Recht auf Reparatur" bei Hardware, bedarf es eines "Rechts auf Langlebigkeit" digitaler Geräte. Mögliche Maßnahmen, um softwarebedingter Obsoleszenz
entgegenzuwirken wären:

Software-Anbieter verpflichten, abwärtskompatible Kernmodule anzubieten.

Software-Anbieter verpflichten, Menü-Preise anzubieten.

Volle rechtliche Verfügbarkeit des Nutzers über seine Endgeräte.

Hier geht es zu den Forderungen von "Bits & Bäume"
Kontakt:  contact@lastingware.com                                                                               Impressum: Mark Herterich, Uhlandstr. 155, 10719 Berlin
(Angaben gemäß § 5 TMG)

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